Es gibt unterschiedliche Wege, Wissensbasen durch Methoden oder Sprachen des Semantic Web
aufzubauen. In diesem Artikel wird untersucht, welche allgemeinen
Eigenschaften die Wissensrepräsentationsmodelle im Kontext des Semantic
Web aufweisen. Darüber hinaus werden Beispiele der Benutzung von
SPARQL als eine Methode der Wissensabfrage vorgestellt.
Eigenschaften von ’Wissen’ im Kontext des semantischen Netzes
In diesem Abschnitt wird auf die Eigenschaften von ’Wissen’, welches durch
Konstrukte des semantischen Webs repräsentiert wird Bezug genommen.
Walton nennt sechs unterschiedliche Merkmale dieses ’Wissens’:
1. „Wissen ist eher netzwerkartig strukturiert, als relational. Eine Tabelle
einer Datenbank besteht aus Mengen logischer Relationen. Abfragen
innerhalb einer Datenbank umfassen ein oder mehrere Tabellen, unter
Verwendung von Operationen auf diese Mengen. Im Kontrast dazu
steht eine RDF-Wissensbasis. Sie ist durch ein semantisches Netzwerk
von Ressourcen festgelegt.“
2. „Eine Wissensbasis ist im Allgemeinen weniger strukturiert als eine
Datenbank. Fehlende Informationen oder Inkonsistenzen des Wissens
können auftreten. Wenn mehrere Wissensbasen bei einer Abfrage beteiligt
sind, können Teile des Wissens nicht verfügbar werden. So kann
das Wissen, welches von einer Abfrage ermittelt wird, nur eine Teilmenge
des insgesamt vorhandenen Wissens sein. Die Größe der Rückgabemenge
und die Zeit, die für eine Abfrage benötigt wird, ist dann
nicht vorhersagbar.“
3. „Wissen kann entweder bereits in einer Wissensbasis vorhanden sein,
oder geschlussfolgert werden. Falls jedoch der Inferenzprozess zum
Beispiel eine dynamische Kombination unterschiedlicher RDF-Quellen
oder ein RSS-News-Feed mit einschließt, können Abfragen zu unterschiedlichen
Zeitpunkten unterschiedliche Ergebnisse hervorrufen.
Sollte eine dieser Quellen nicht verfügbar sein, würde unter Umständen
kein Ergebnis zurückgegeben werden.“
4. „Wissen kann durch unterschiedliche syntaktische Formen repräsentiert
werden, selbst wenn ’nur’ RDF zum Einsatz kommt. Zum Beispiel
kann RDF sowohl ein RDFS-Vokabular repräsentieren als auch eine
OWL-Ontologie. In diesem Fall müssen die Abfragen an die Struktur
der zugrunde liegenden Wissensrepräsentation angepasst werden.“
5. „Es kann der Fall eintreten, dass Abfragen keine Spezifikationen derjenigen
Wissensbasen enthalten, auf die sie angewendet werden. In
vielen Fällen ist die Wissensbasis, die letztendlich abgefragt wird, unbekannt.
Hier besteht eine Analogie zur ’gewöhnlichen’ Suche im World
Wide Web, wobei oftmals nicht im Voraus bekannt ist, welche Webseiten
von Suchmaschinen als geeignet erachtet werden. Ein Ausweg aus
dieser Situation kann dadurch gefunden werden, sich auf Dienste zu
verlassen, die geeignete Wissensbasen für eine spezifische Suchanfrage
zur Auswahl stellen.“
6. „Datenbanken verwenden das Modell einer abgeschlossenen Welt; das
heißt, alles was nicht explizit definiert ist, wird als falsch angenommen.
Im Gegensatz dazu obliegt dem semantischen Web eine open-world assumption:
Alle Dinge die falsch sind, müssen explizit definiert werden,
oder sie bleiben nicht festgelegt. Die Domäne einer Datenbank wird immer
als abgeschlossen angesehen, während diejenige des semantischen
Webs unendlich sein kann.“

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